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"Ich war hell begeistert, als ich die Graffiti sah. Das waren beste Wandbilder, kein hilfloses Gekritzel und Geschmiere, wie es uns heute von jeder frisch getünchten Häuserwand entgegenschlägt. Das musste ich festhalten. Ich spürte wie ein Hund beim Knochen den besten Stücken nach, dokumentierte." Vera Isler

Vera Isler-Leiner (1931-2015) kam 1936 als Kind zusammen mit ihren beiden Schwestern in die Schweiz, um dem Naziterror zu entfliehen. Ihre Eltern wurden 1942 in Bełżec, einem polnischen Vernichtungslager, ermordet.

Ihre Kindheit verbrachte sie in einem Kinderheim, später arbeitete sie als medizinisch-technische Laborantin. Ihre wahre Leidenschaft galt jedoch der Kunst - Wandteppiche, Collagen, Drucke und Skulpturen. 

Während eines sechsmonatigen Aufenthalts in den USA Anfang der 1980er-Jahre verlegte Isler ihren kreativen Schwerpunkt auf die Fotografie. Furchtlos und abenteuerlustig suchte sie in den Straßen und Gassen von New York nach guten Motiven und Geschichten. Das Leben von Menschen aller Ethnien und Klassen faszinierte sie ebenso wie die neu entdeckte Kunstform «Graffiti», die ihr überall in Lower Manhattan begegnete. "Schattenmänner", die mysteriösen Geistergestalten, die über Nacht auftauchten, wurden zu ihren Lieblingsmotiven. Sie hatte das außergewöhnliche Glück - wahrscheinlich durch die Vermittlung ihres Freundes Keith Haring - den Künstler Richard Hambleton besuchen und fotografieren zu können. Sie folgte ihm 1984 nach Venedig und fotografierte seine gespenstischen Figuren, die er auf einer kurzen Visite auch in Basel hinterlies. Ihre umfangreiche Sammlung von "Shadowman"-Fotografien ist eine Hommage an diesen Künstler. 

Isler veröffentlichte ihre Geschichten in unzähligen Zeitungen und Zeitschriften, wie "Das Magazin", "NZZ", "Du", "Spiegel", "Stern", "ART" und "Weltwoche". Internationale Anerkennung in den 1990er Jahren mit Porträtfotografie. In  "Rollenwechsel" (1992) und "Face to Face" (1994) porträtierte sie in Schwarz-Weiss grossformatig berühmte Künstler und Fotografen in ihren Wohnungen oder Ateliers.  Im Jahr 2000 veröffentlichte Vera Isler "Auch ich", eine Autobiografie, die ihre oft tragischen Erlebnisse in die Chronik ihres Kampfes gegen den Brustkrebs einordnet. 

 

www.veraisler.com

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