TERRA PROMESSA: Renato Di Maggio Rodrigues

3 - 14 November 2026
Übersicht
Herzliche Einladung zur Vernissage:
Dienstag, 3. November, 18 Uhr
 
Öffnungszeiten: 
Donnerstag, Freitag: 11 – 18 Uhr
Samstag: 14 – 18 Uhr
Finissage: Samstag, 14. November, 14 – 18 Uhr
 

Eine Stadt, die Erinnerungen sammelt. Eine Insel, die über Leben entscheidet. Zwischen 2020 und 2023 reiste er nach Palermo und Lampedusa, an jene südlichen Ränder Europas, an denen das Mittelmeer zugleich Verbindung und Grenze ist. Der Anfang dieser Suche liegt in der eigenen Familie: Beide Eltern kamen als junge Migrant:innen in die Schweiz, mit Hab und Gut, gepackt für ein neues Leben. Diese Geschichte hat sich früh in seine Erinnerung eingeschrieben und ihn dazu bewogen, dem Thema Migration in seiner künstlerischen Arbeit nachzuspüren.

 

Für Ricordo Palermo kehrte er im Sommer 2020 nach Palermo zurück, kaum dass die Pandemie das Reisen wieder erlaubte. Er erinnerte sich an eine fast aggressive Hitze, an ein gleissendes Licht. Was er vorfand, war eine Stadt, die sich verändert hatte, während er fern von ihr aufgewachsen war. Die Geschichte seiner eigenen Familie liess ihn nicht los. In den folgenden Jahren führte ihn diese Frage weiter, nach Lampedusa, wo Migration sich nicht mehr im Alltag einer Stadt zeigt, sondern als Kampf

ums Ankommen selbst. 

 

Die Serie Terra Promessa entstand 2023, in einem Jahr, in dem so viele Menschen wie seit 2016 nicht mehr die Überfahrt nach Italien wagten, die meisten von der tunesischen Küste aus. Kaum eine Tagesreise trennt sie von Lampedusa, und doch war es für viele die längste Reise ihres Lebens: getragen von der Hoffnung auf Arbeit, auf Sicherheit, auf ein Leben, das

weitergehen kann. Im September erreichten innerhalb weniger Tage Tausende die Insel, mehr, als ihr kleines Aufnahmezentrum je hätte fassen können. Europa reagierte mit Notstand, mit Debatten über Kontrolle und neue Gesetze. Für Di Maggio Rodrigues ist Lampedusa etwas anderes: ein symbolischer Leuchtturm für jene, die verzweifelt nach Sicherheit suchen. In diese Wiederholung hinein fotografiert Di Maggio Rodrigues.

 

Seine Bilder zeigen nicht den Ausnahmezustand der Nachrichten, sondern das, was zwischen den Schlagzeilen liegt: das Warten an der Mole, Küsten im

Gegenlicht, Gesichter, die unterwegs sind, Blicke, die zurückschauen. Wo das fotografische Bild in seiner Wahrnehmung an eine Grenze stösst, greift er zur Ölfarbe. Zwischen Dokument und Erinnerung liegt bei

Di Maggio Rodrigues kein Widerspruch, sondern ein Dialog.

 

Die Fotografie hält fest, was war. Die Malerei trägt weiter, was bleibt. Im Zusammenspiel der beiden entsteht eine Sprache, die weder ganz Beweis

noch ganz Erinnerung ist, sondern beides zugleich. Dem Künstler selbst geht es dabei nicht um die objektive Abbildung von Realität, sondern um

die Frage, wie ein Bild sichtbar machen kann, was sich dem Sichtbaren entzieht. Fotografie ist für ihn deshalb kein Schlusspunkt, sondern ein Ausgangspunkt: Zwischen Dokument und Erinnerung sucht er nach einer visuellen Sprache, in der Fotografie und Malerei in einen Dialog treten, einen Raum, in dem Verlust, Hoffnung und Zeit spürbar werden. So entziehen sich Ricordo Palermo und Terra Promessa dem raschen Konsum der Nachrichtenbilder. Im Dialog von Fotografie und Malerei entsteht ein Zwischenraum: eine leise Form der Aufmerksamkeit für Herkunft, Verlust, Ungewissheit und das, was es heisst, anzukommen.

 

Kuration: Elwira Spachalska
Ort: Artstübli – Kunst & Kultur, Steinentorberg 28, 4051 Basel

 

Öffnungszeiten:

Donnerstag, Freitag: 11 – 18 Uhr
Samstag: 14 – 18 Uhr

Finissage: Samstag, 14. November, 14 – 18 Uhr

 

Mit der Unterstützung GGG-Kulturkick.